Aufgaben für Kinder im Haushalt nach Alter
Welche Aufgabe zu deinem Kind passt und wie daraus eine Gewohnheit wird. Mit Tabelle nach Alter und Aufgabenkarte zum Ausdrucken.
Von Heimrunde-Redaktion · Aktualisiert am
Auf dieser Seite
- Warum Mithelfen Kindern guttut
- Welche Aufgabe zu welchem Alter passt
- Mit 2 und 3 Jahren
- Mit 4 und 5 Jahren
- Mit 6 und 7 Jahren
- Mit 8 und 9 Jahren
- Mit 10 bis 12 Jahren
- Was Kinder nicht allein machen
- Eine Aufgabe übergeben
- Dranbleiben ohne tägliche Diskussion
- Jugendliche ab 13
- Lob, Belohnung und Taschengeld
- Müssen Kinder im Haushalt helfen?
- Vorlage: Aufgabenkarte zum Ausdrucken
- So geht das mit Heimrunde
Kinder, die im Haushalt mitmachen, entlasten dich und lernen dabei, dass sie gebraucht werden. Hier findest du, welche Aufgaben in welchem Alter passen, wie du eine Aufgabe übergibst und wie sie ohne tägliche Diskussion zur Gewohnheit wird. Die Tabelle und eine Aufgabenkarte kannst du direkt von dieser Seite ausdrucken.
Warum Mithelfen Kindern guttut
Kinder erleben beim Helfen, dass ihr Beitrag zählt. Das stärkt das Gefühl, zur Familie zu gehören, und das Vertrauen in das eigene Können. Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz nennt außerdem Selbstdisziplin und die Fähigkeit, eine Belohnung aufzuschieben.
Eine US-Studie mit fast 10.000 Kindern fand: Wer im Kindergartenalter regelmäßig im Haushalt half, schätzte sich in der dritten Klasse sozial und schulisch kompetenter ein und war zufriedener. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis, dass das Helfen allein der Grund war. Es spricht aber dafür, früh und selbstverständlich anzufangen.
Welche Aufgabe zu welchem Alter passt
Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Norm. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell, und manches Kind kann mit sechs, was ein anderes erst mit acht mag. Fang mit dem an, was dein Kind gerne macht, und steigere dich von dort. Die Aufgaben einer Altersstufe gelten natürlich auch für alle älteren.
| Alter | Das können viele Kinder | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| 2 bis 3 Jahre | Spielzeug in die Kiste räumen, Socken paarweise sortieren, schmutzige Wäsche in den Korb werfen, Servietten verteilen, Blumen mit einer kleinen Kanne gießen | Nur zusammen mit dir. Es zählt das Mitmachen, nicht das Ergebnis. |
| 4 bis 5 Jahre | Tisch decken mit bruchfestem Geschirr, eigenes Geschirr zur Spüle bringen, Papierkorb leeren, ein Regal abstauben, Obst waschen, Teig rühren | Eine feste kleine Aufgabe, zum Beispiel jeden Abend die Servietten. |
| 6 bis 7 Jahre | Tisch decken und abräumen, Besteck aus der Spülmaschine räumen, Bett machen, Zimmer mit etwas Hilfe aufräumen, Brotdose ausräumen, Schuhe putzen | Zwei feste Aufgaben pro Woche sind ein guter Start. |
| 8 bis 9 Jahre | Spülmaschine ein- und ausräumen, Staub saugen, Müll rausbringen, Waschbecken putzen, Wäsche zusammenlegen und einräumen, Obstsalat machen, kleine Besorgungen in der Nähe | Viele Aufgaben klappen jetzt allein, wenn du sie einmal gezeigt hast. |
| 10 bis 12 Jahre | Boden wischen, Bad teilweise putzen, mit Einkaufszettel einkaufen, einfache Gerichte kochen, Waschmaschine mit Anleitung anstellen, eigenes Zimmer selbstständig in Ordnung halten | Herd und scharfe Messer, solange du in der Nähe bist. |
| 13 Jahre und älter | Eigene Wäsche komplett, einmal pro Woche ein Abendessen kochen, Wocheneinkauf nach Liste, Bad komplett putzen, Fenster putzen, Pfand und Altglas wegbringen | Ein eigener Zuständigkeitsbereich statt einzelner Aufträge. |
Mit 2 und 3 Jahren
Kleine Kinder wollen oft von sich aus helfen. Nimm das an, auch wenn es länger dauert. Eine Schublade mit Plastikschüsseln und Kochlöffeln in Kinderhöhe gibt deinem Kind eine eigene Ecke in der Küche.
Mit 4 und 5 Jahren
Jetzt klappt eine erste eigene Aufgabe, die immer gleich ist. Stell beim Tischdecken anfangs ein Gedeck als Vorbild hin. Dein Kind deckt die anderen Plätze genauso.
Mit 6 und 7 Jahren
Mit dem Schulstart kommt ein fester Tagesablauf. Häng die Aufgaben an diesen Ablauf: Brotdose ausräumen gleich nach der Schule, Tisch abräumen nach dem Abendessen.
Mit 8 und 9 Jahren
Viele Kinder schaffen jetzt eine Aufgabe von Anfang bis Ende. Gib ihnen das ganze Ergebnis, nicht nur einen Teil: Die Spülmaschine ist leer, und das Geschirr steht an seinem Platz.
Mit 10 bis 12 Jahren
Jetzt kann dein Kind Aufgaben übernehmen, die Planung brauchen, etwa einkaufen mit Zettel und Geld. Beim Kochen am Herd bist du am Anfang in der Nähe, bis die Handgriffe sitzen.
Für Jugendliche ab 13 steht weiter unten ein eigener Abschnitt: Jugendliche ab 13.
Was Kinder nicht allein machen
Ein paar Dinge bleiben bei den Erwachsenen, bis das Kind alt genug ist und du es sicher weißt:
- Putzmittel: WC-Reiniger, Entkalker und andere scharfe Reiniger bewahrst du hoch oben und kindersicher auf. Kleine Kinder putzen mit Wasser und einem Tuch.
- Herd und Heißes: Topfgriffe zeigen nach hinten, heißes Wasser und Fett bleiben in deiner Hand.
- Messer und Geräte: Messer, Scheren, Mixer und Toaster räumst du nach dem Benutzen gleich weg. Schneiden lernt dein Kind mit einem kleinen, nicht zu scharfen Messer und weichem Obst.
Eine Aufgabe übergeben
Klappt eine Aufgabe nicht, liegt es oft an der Übergabe, nicht am Kind. Geh in drei Schritten vor:
- Zeig es. Mach die Aufgabe einmal vor und sag dabei, was du tust. Zerleg sie in kleine Teile.
- Macht es zusammen. Dein Kind übernimmt einen Teil, du den Rest. Beim nächsten Mal wird sein Teil größer.
- Lass es allein machen. Du bleibst ansprechbar, greifst aber nicht ein.
Rechne nicht mit einem perfekten Ergebnis. Wenn du hinterher alles noch einmal machst, lernt dein Kind vor allem, dass es nicht darauf ankommt. Vergleich sein Ergebnis mit dem von letzter Woche, nie mit dem der Geschwister.
Dranbleiben ohne tägliche Diskussion
Eine Aufgabe wird zur Gewohnheit, wenn sie nicht jeden Tag neu verhandelt werden muss.
- Fester Zeitpunkt: „Nach dem Abendessen“ klappt besser als „heute irgendwann“.
- Wenige Aufgaben: Lieber zwei, die wirklich passieren, als sechs, die liegen bleiben.
- Sichtbar machen: Die Aufgabenkarte hängt dort, wo die Aufgabe passiert, zum Beispiel am Kühlschrank.
- Mischen: Eine Aufgabe, die dein Kind mag, und eine, die es weniger mag.
- Tauschen erlaubt: Alle paar Wochen dürfen Geschwister Aufgaben tauschen. Das hält es interessant und fair.
- Kurz nachfragen statt erinnern: „Was steht heute auf deiner Karte?“ lässt dein Kind selbst nachsehen.
Klappt es eine Woche nicht, ist das kein Rückschritt. Sprecht in Ruhe darüber, ob die Aufgabe oder der Zeitpunkt noch passt, und ändert eins von beiden.
Jugendliche ab 13
Jugendliche wollen mitreden. Statt einzelner Aufträge funktioniert oft ein eigener Bereich besser, zum Beispiel „die eigene Wäsche“ oder „mittwochs das Abendessen“. Wie und wann genau, entscheidet der oder die Jugendliche selbst.
Legt das gemeinsam fest und schreibt es auf. Schule, Ausbildung und Prüfungszeiten haben Vorrang. In solchen Wochen darf eine Aufgabe auch mal pausieren, wenn das vorher besprochen ist.
Leon ist 13. Er kocht mittwochs, kauft dafür selbst mit Liste ein und wäscht seine Sportsachen. Den Rest der Woche hat er keine festen Aufgaben außer seinem Zimmer.
Lob, Belohnung und Taschengeld
Lob wirkt am besten, wenn es genau ist: „Du hast die Gläser ganz nach hinten gestellt, so passen alle rein“ sagt mehr als „Super gemacht“. Lob die Mühe, nicht nur das Ergebnis.
Mithelfen gehört zum Familienleben, das spricht gegen eine Bezahlung für jede Aufgabe. Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt, Taschengeld regelmäßig und unabhängig vom Verhalten zu zahlen. Richtwerte nach Alter stehen beim Familienportal des Bundes.
Müssen Kinder im Haushalt helfen?
Ja, das Gesetz sieht das vor. In § 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuchs steht:
„Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“
In einfachen Worten: Solange ein Kind bei euch wohnt und von euch versorgt wird, hilft es im Haushalt mit, und zwar so viel, wie es seinem Alter, seiner Kraft und seiner Situation entspricht. Dazu zählt auch, wie viel Schule oder Ausbildung gerade fordern.
Was das Gesetz nicht regelt: welche Aufgaben, wie viele Stunden oder ab welchem Alter genau. Das bleibt Sache der Familie. Zwei andere Regeln gelten dabei mit. Eltern berücksichtigen die wachsende Fähigkeit des Kindes zu selbstständigem Handeln und besprechen Fragen mit ihm, wenn es alt genug ist (§ 1626 Absatz 2 BGB). Und ein Kind hat ein Recht auf Erziehung ohne Gewalt, körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen (§ 1631 Absatz 2 BGB).
Das hier ist eine kurze Einordnung, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall kann es auf Details ankommen. Wenn ihr euch beim Thema Mithelfen dauerhaft festfahrt, hilft das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer, anonym und kostenlos.
Vorlage: Aufgabenkarte zum Ausdrucken
Druck für jedes Kind eine Karte aus und trag zwei bis vier Aufgaben ein. Dein Kind hakt selbst ab.
Für: ______________________ Woche vom: ______________
| Aufgabe | Wann | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Ein Beispiel für Mia, 8 Jahre:
| Aufgabe | Wann | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tisch decken | vor dem Abendessen | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ |
| Brotdose ausräumen | nach der Schule | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ||
| Blumen gießen | sonntags | ☐ | ||||||
| Waschbecken im Bad putzen | samstags | ☐ |
So geht das mit Heimrunde
Wenn die Karte am Kühlschrank nicht mehr reicht, merkt sich Heimrunde, wer wann was übernimmt, und erinnert daran.
- Aufgabe mit Person und Tag: Schreib unter „Haus“ in „Aufgabe hinzufügen“ einfach „Leon Müll rausbringen jeden Donnerstag“. Heimrunde erkennt Person und Rhythmus. Wie das Verteilen unter „Wer macht es“ funktioniert, steht in Aufgaben, Routinen und Saisons.
- Eigene Aufgaben im Blick: Hat dein Kind ein eigenes Konto, sieht es seine Aufgaben auf „Heute“ unter „Meine Aufgaben“. Bleibt eine liegen, rutscht sie in den nächsten Tag mit.
- Kinder ohne eigenes Handy: Trag dein Kind als Person im Haushalt ein (Familie einladen und Rollen). Mia hat noch kein Handy. Wer den Haushalt verwaltet, sieht ihre Aufgaben auf „Heute“ und hakt sie mit ihr ab.
- Routinen mit Erinnerung: „Mia Zähne putzen abends“ legst du im „Kalender“ unter „Routinen“ an (Routinen). Hat das Kind kein eigenes Konto, erinnert Heimrunde zur passenden Zeit, wer den Haushalt verwaltet.
Wie Kinderkonten geschützt sind, steht in Kinderkonten und Sicherheit.
Zuletzt mit der aktuellen Heimrunde geprüft am .
Quellen
- IFP Familienhandbuch: Familiäre Alltagsaufgaben: Kinder sinnvoll einbeziehen (2023), abgerufen am
- IFP Familienhandbuch: Ist es sinnvoll, dass Kinder im Haushalt mithelfen?, abgerufen am
- elternleben.de: Was Kinder im Haushalt können, abgerufen am
- White, DeBoer, Scharf: Associations Between Household Chores and Childhood Self-Competency. J Dev Behav Pediatr 40(3), 2019, abgerufen am
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Vergiftungen und Verätzungen, abgerufen am
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Sicherheit in der Küche, abgerufen am
- Deutsches Jugendinstitut: Ab wann sollten Kinder wie viel Taschengeld bekommen? (2024), abgerufen am
- Familienportal des Bundes: Taschengeld, abgerufen am
- Wikipedia: Mithilfe von Kindern im Haushalt, abgerufen am
- § 1619 BGB, gesetze-im-internet.de, abgerufen am
- § 1626 BGB, gesetze-im-internet.de, abgerufen am
- § 1631 BGB, gesetze-im-internet.de, abgerufen am
- Nummer gegen Kummer: Elterntelefon, abgerufen am