Rezepte digitalisieren: Omas Rezeptkarten, Kochbuchseiten und Links an einem Ort
So bringst du Rezeptkarten, Kochbuchseiten und Links an einen Ort, damit Familienrezepte nicht verloren gehen. Mit Foto-Checkliste und Rezeptkarte.
Von Heimrunde-Redaktion · Aktualisiert am
Auf dieser Seite
- Erst sammeln, dann digitalisieren
- Aussortieren: Was kocht ihr wirklich?
- Eine Ordnung, die hält
- Rezepte abfotografieren
- Zutaten und Schritte trennen
- Omas Angaben übersetzen
- Rezepte aus Links und sozialen Netzwerken
- Teilen und weitergeben
- Checkliste: ein gutes Rezeptfoto
- Vorlage: Rezeptkarte zum Ausdrucken
- So geht das mit Heimrunde
Familienrezepte gehen selten auf einmal verloren. Sie verschwinden nach und nach: eine Karte im Umzugskarton, ein Screenshot im alten Handy, ein Link, der nicht mehr funktioniert. Hier bringst du alles an einen Ort, in einer Form, die auch in zwanzig Jahren noch lesbar ist. Unten findest du eine Checkliste für gute Rezeptfotos und eine Rezeptkarte zum Ausdrucken.
Erst sammeln, dann digitalisieren
Bevor du ein einziges Foto machst, trag zusammen, wo eure Rezepte überall stecken. Meist sind es mehr Orte als gedacht:
- Rezeptkasten oder Ordner mit Karten und ausgeschnittenen Seiten
- Kochbücher mit Zetteln und Eselsohren
- handgeschriebene Hefte, oft von Eltern oder Großeltern
- Screenshots und Fotos auf dem Handy
- Lesezeichen im Browser und gespeicherte Beiträge in sozialen Netzwerken
- Nachrichten im Messenger („Schick mal das Rezept von dem Kuchen“)
Leg alles Gedruckte auf einen Stapel und sammel alles Digitale in einem Ordner auf dem Handy oder Rechner. Erst dann siehst du, wie groß die Aufgabe wirklich ist.
Aussortieren: Was kocht ihr wirklich?
Nicht jedes Rezept muss mit. Sortier in drei Stapel:
- Kochen wir: Gerichte, die in den letzten Jahren auf dem Tisch standen.
- Wollen wir probieren: Rezepte, die euch ehrlich reizen.
- Aufheben, aber nicht kochen: Rezepte mit Erinnerungswert, etwa Omas Handschrift. Die fotografierst du als Andenken, auch wenn niemand sie nachkocht.
Alles andere darf weg. Ein kleiner Bestand, den ihr nutzt, ist mehr wert als tausend Rezepte, die niemand findet.
Eine Ordnung, die hält
Je einfacher die Ordnung, desto länger hält sie. Ein paar Kategorien reichen:
- Alltag: schnell, für unter der Woche
- Wochenende: mehr Zeit, mehr Aufwand
- Backen: Kuchen, Brot, Plätzchen
- Feste: Weihnachten, Geburtstage, Ostern
- Familienrezepte: alles, was von Oma, Opa oder anderen Verwandten kommt
Digital kannst du einem Rezept auch mehrere Stichworte geben, etwa „vegetarisch“ und „Weihnachten“. Dann gehört es in mehrere Gruppen, ohne doppelt zu existieren.
Rezepte abfotografieren
Ein gutes Foto spart später Abtippen und Rätselraten. Die wichtigsten Punkte:
- Tageslicht: Am Fenster, ohne direkte Sonne. Kein Blitz, der spiegelt auf glänzendem Papier.
- Von oben: Handy parallel zum Blatt halten, damit nichts verzerrt.
- Ganz aufs Bild: Die ganze Karte oder Seite, mit Rand. Randnotizen gehören dazu.
- Vorder- und Rückseite: Viele Karten haben hinten weitergeschrieben.
- Scharf prüfen: Direkt nach dem Foto heranzoomen. Kannst du die Mengen lesen, ist es gut.
- Glatt legen: Gewellte Seiten mit einer Glasplatte oder einem Buch am Rand beschweren.
Bei alten, empfindlichen Heften reicht ein Foto pro Seite. Das Heft muss dafür nicht ganz aufgeklappt werden.
Zutaten und Schritte trennen
Ein Rezept wird erst digital nützlich, wenn Zutaten und Zubereitung getrennt sind. Dann kannst du Mengen umrechnen und beim Kochen Schritt für Schritt folgen.
- Zutaten als Liste: Jede Zutat eine Zeile, mit Menge und Einheit: „250 g Mehl“, nicht „Mehl (etwa 250)“.
- Schritte nummerieren: Ein Arbeitsgang pro Schritt, in der Reihenfolge, in der du ihn machst.
- Portionen notieren: Für wie viele Personen oder welche Form ist das Rezept? Nur so lässt es sich umrechnen.
- Zeiten und Temperaturen: Backzeit, Ofentemperatur und ob Umluft oder Ober- und Unterhitze.
Omas Angaben übersetzen
Alte Rezepte rechnen oft in Tassen, Päckchen oder „nach Gefühl“. Fragt, solange ihr fragen könnt:
- Welche Tasse ist „eine Tasse“? Messt sie einmal mit einem Messbecher aus.
- Was heißt „ein Stück Butter“ oder „eine Handvoll“?
- Wie sieht der Teig aus, wenn er richtig ist?
- Was hat sie weggelassen, weil es für sie selbstverständlich war?
Schreib die Antworten als Notiz zum Rezept. Behalte aber das Original daneben. Die Handschrift ist Teil des Rezepts.
Rezepte aus Links und sozialen Netzwerken
Links sind bequem, aber nicht dauerhaft. Seiten ändern sich, Beiträge werden gelöscht, Konten verschwinden. Wenn ein Rezept euch wichtig ist:
- Speichere den Text des Rezepts, nicht nur den Link.
- Notiere die Quelle, damit du später weißt, woher es kommt.
- Bei Videos: Schreib Zutaten und Schritte beim ersten Nachkochen mit.
Teilen und weitergeben
Ein digitales Rezept lässt sich leicht mit der ganzen Familie teilen. Ein paar Ideen:
- Ein gemeinsamer Ort: Alle in der Familie finden die Rezepte an derselben Stelle, statt sie sich einzeln zu schicken.
- Ein Familienkochbuch: Die schönsten Familienrezepte ausdrucken, mit Foto und einer kurzen Geschichte, als Geschenk zu Weihnachten oder zu einer Hochzeit.
- Kinder einbeziehen: Kinder fotografieren gern. Beim Digitalisieren lernen sie nebenbei die Familiengerichte kennen.
Für Rezepte aus gekauften Kochbüchern gilt: Einzelne Seiten für den privaten Gebrauch in der Familie zu fotografieren, erlaubt das Urheberrecht in der Regel. Ein ganzes Buch zu kopieren oder fremde Rezepttexte und Fotos zu veröffentlichen, ist etwas anderes (§ 53 UrhG). Das ist eine grobe Orientierung, keine Rechtsberatung.
Wie aus der Rezeptsammlung ein Wochenplan wird, steht in Essensplan für die Familie. Mehr Themen rund ums Essen findest du unter Essen und Einkauf.
Checkliste: ein gutes Rezeptfoto
- Tageslicht, kein Blitz
- Handy parallel zum Blatt
- Ganze Karte oder Seite mit Rand im Bild
- Rückseite mitfotografiert
- Mengen beim Heranzoomen lesbar
- Randnotizen mit drauf
- Quelle notiert: von wem, aus welchem Buch
Vorlage: Rezeptkarte zum Ausdrucken
Die Karte passt für neue Familienrezepte und für alles, was du von Hand abschreibst.
| Gericht | |
| Von wem oder woher | |
| Portionen oder Form | |
| Vorbereitung | |
| Kochen oder Backen | |
| Ofen | Temperatur, Umluft oder Ober- und Unterhitze |
| Menge | Einheit | Zutat |
|---|---|---|
| Schritt | Was zu tun ist |
|---|---|
| 1 | |
| 2 | |
| 3 | |
| 4 | |
| 5 | |
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| Tipps und Notizen |
So geht das mit Heimrunde
Heimrunde macht aus einem Foto, einem Text oder einem Link ein Gericht mit Zutaten und Schritten, und die ganze Familie findet es an einem Ort.
- Rezept übernehmen: Tippe unter „Essen“ im Menü mit den drei Punkten auf „Rezept übernehmen“. Wähle „Foto“, „Text“ oder „Link“. Bei einer Karte nimmst du bis zu sechs Fotos auf, zum Beispiel Vorder- und Rückseite. Du prüfst Zutaten und Schritte und tippst auf „Übernehmen“. Die Fotos bleiben als „Originalvorlage“ am Gericht, mit Omas Handschrift (Rezept übernehmen).
- Alles an einem Ort: Unter „Alle Gerichte“ steht eure Sammlung, mit Fotos und von selbst sortiert nach „Lange nicht gegessen“. Mit Tags wie „Weihnachten“ oder „Omas Rezepte“ filterst du sie (Alle Gerichte).
- Kochen Schritt für Schritt: Mit dem „Kochmodus“ siehst du einen Schritt pro Bildschirm, mit den Zutaten, die du dafür brauchst (Kochen Schritt für Schritt).
- Passende Mengen: Plant ihr ein Gericht für mehr Personen, rechnet Heimrunde die Zutaten auf die „Portionen“ um und setzt sie mit einem Tipp auf die Einkaufsliste (Zutaten auf die Einkaufsliste).
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